Helmstedter Universitätstage

Einladung

Foto: Joachim Liebe

 

Mit den Helmstedter Universitätstagen knüpft die Stadt Helmstedt  an ihre fast 250jährige Tradition als Universitätsstadt an und erinnert zugleich an ihre jüngste Geschichte als Grenzstadt an der Nahtstelle zwischen Ost und West von 1945 bis 1989/90.

Die Helmstedter Universitätstage haben die Aufgabe, mit den Themen von Ausgrenzung und Integratioin zusammenhängende Fragen der Zeit und der Zeitgeschichte in einem akademischen Rahmen zu diskutieren und einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Sie bilden ein Tradition und Moderne verbindendes Forum der historischen Selbstvergewisserung, auf dem zeitgeschichtliche und Gegenwartsfragen der Spaltung und der Einigung, der Errichtung und des Zerfalls von Grenzen im Mittelpunkt stehen. Und sie wollen auf diese Weise selbst dazu beitragen, Grenzen zu überwinden oder durchlässiger machen: die Grenzen zwischen Ost und West, die Grenzen zwischen politischem Zentrum und politischer Peripherie, die Grenzen zwischen Fachwissenschaft und Öffentlichkeit.

Die Helmstedter Universitätstage 2017 stehen unter dem Thema „Glaube und Gewalt“.  Mit der Religion verbindet sich die Nächstenliebe. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, heißt es in der jüdischen Tora. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, sprach nach der Überlieferung seiner Jünger Jesus; „Keiner von Euch hat den Glauben erlangt, solange ihr für euren Nachbarn nicht liebt, was ihr für euch selbst liebt“, ist von Mohammed überliefert. Die Terroranschläge des radikalen Islamismus, der Zerfall des Nahen Osten im Glaubenskrieg des „Islamischen Staats“, der weltweit aufflammende religiöse Fanatismus hingegen zeigen, dass sich mit der Religion genauso auch die Entfesselung der Gewalt verbindet und zu der Frage aufwirft, ob der gegenwärtige  „Clash of monotheisms“  nicht auf „eine tendenzielle Gewalttätigkeit“ (Wolfgang Huber) des Gottesglaubens hinweist. Die Helmstedter Universitätstage 2017 gehen dieser Frage aus unterschiedlichen Perspektiven nach. Sie thematisieren aus regionalhistorischer Sicht die Braunschweiger Religionskämpfe und  nehmen das Luther-Jubiläum zum Anlass, die Reformationsjubiläen als kirchenpolitische Kampfansage zu untersuchen. Aber sie fragen genauso nach den kulturellen und politischen Folgen der Entchristianisierung und dem Aufkommen politischer Religionen im 20. Jahrhundert und lenken in der abschließenden Podiumsdiskussion den Blick auf die Beziehung von Religion und Gewalt in der Gegenwart.

Wie immer verspricht die Thematik der Helmstedter Universitätstagen anregende Vorträge und lebhafte Debatten. Ich möchte Sie im Namen der Stadt Helmstedt herzlich einladen, am 22. und 23. September ins Juleum zu kommen, um die Vortragsveranstaltungen zu besuchen, mit den Referenten zu diskutieren und am abwechslungsreichen Rahmenprogramm vom 21. – 24. September teilzunehmen.

 

 

Prof. Dr. Martin Sabrow

 

 

Das Programm zu den Helmstedter Universitätstagen 2017 wird zur Zeit erstellt!