Helmstedter Universitätstage

Einladung

Foto: Joachim Liebe

Mit den Helmstedter Universitätstagen knüpft die Stadt Helmstedt  an ihre fast 250jährige Tradition als Universitätsstadt an und erinnert zugleich an ihre jüngste Geschichte als Grenzstadt an der Nahtstelle zwischen Ost und West von 1945 bis 1989/90.

Die Helmstedter Universitätstage haben die Aufgabe, mit den Themen von Ausgrenzung und Integration zusammenhängende Fragen der Zeit und der Zeitgeschichte in einem akademischen Rahmen zu diskutieren und einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Sie bilden ein Tradition und Moderne verbindendes Forum der historischen Selbstvergewisserung, auf dem zeitgeschichtliche und Gegenwartsfragen der Spaltung und der Einigung, der Errichtung und des Zerfalls von Grenzen im Mittelpunkt stehen. Und sie wollen auf diese Weise selbst dazu beitragen, Grenzen zu überwinden oder durchlässiger machen: die Grenzen zwischen Ost und West, die Grenzen zwischen politischem Zentrum und politischer Peripherie, die Grenzen zwischen Fachwissenschaft und Öffentlichkeit.

Wie viele andere zeitgeschichtliche Veranstaltungen dieses Jahres befassen sich auch die Helmstedter Universitätstage 2019 mit dem hundertjährigen Jubiläum der Weimarer Republik. Aber sie tun es aus einem besonderen Blickwinkel. Unter dem Titel „Auf dem Weg nach Weimar? Demokratie und Krise“ fragen sie zum einen nach den Gründen für die so überraschende Renaissance der in den letzten vier Jahrzehnten so sehr in den Schatten geratenen Vorläuferdemokratie, die so lange Zeit als bloße Negativfolie der zweiten deutschen Demokratie diente und nun plötzlich als ihre legitime Vorfahrin anerkannt wird. Die diesjährigen Universitätstage fragen zum zweiten danach, wie stark die politische Kultur in Deutschland nach 1945 an die Zeit vor 1933 anknüpfte und wie weit der Vergleich zwischen Weimarer und Bonner Republik im einzelnen trägt. Und sie fragen drittens und vor allem danach, was der Blick auf Weimar über unsere Gegenwart aussagt: Hält er uns den Spiegel einer akuten Demokratiekrise vor, die unser  Gemeinwesens in eine düstere Zukunft begleitet – oder deutet die Attraktivität des Weimar-Vergleichs eher auf eine Spielart der oft beschworenen „German Angst“, die eher Hysterie offenbart als Orientierung bietet.

Wie immer verspricht die Thematik der Helmstedter Universitätstage anregende Vorträge und lebhafte Debatten. Ich möchte Sie im Namen der Stadt Helmstedt herzlich einladen, am 27. und 28. September ins Juleum zu kommen, um die Vortragsveranstaltungen zu besuchen, mit den Referenten zu diskutieren und am abwechslungsreichen Rahmenprogramm der Universitätstage teilzunehmen.

Prof. Dr. Martin Sabrow