Helmstedter Universitätstage

24. Helmstedter Universitätstage

Die diesjährigen Helmstedter Universitätstage  befassen sich aus Anlass des 100jährigen Jahrestags der Novemberrevolution in Deutschland mit dem Thema Revolution, aber sie wenden sich nicht so sehr den Ereignissen selbst zu, sondern in erster Linie ihrer Erinnerung.

Revolutionen durchlaufen eigenartige Erinnerungskurven. Solange sie vor der Tür stehen, mobilisieren sie die Angst der Herrschenden oder werden von ihnen ignoriert, bis es mit deren Macht vorbei ist: „Rien“ – „Nichts“ trug Ludwig der XVI. am 14. Juli 1989 in sein Tagebuch ein (und meinte damit allerdings nur sein fehlendes Jagdglück an diesem Tag); „Ist es so, dass morgen der 17. Juni ausbricht?“, fragte im August 1989 Erich Mielke besorgt seine Stasi-Offiziere. Im Nachhinein kommt vieles, aber nicht alles darauf an, ob die Revolution erfolgreich war. Siegreiche Revolutionen können zum staatlichen Mythos werden – wie die Französische Revolution von 1789, Fidel Castros Machteroberung in Kuba 1959 und vielleicht auch die friedliche Revolution von 1989 in Ostdeutschland, aber sie können sich auch zum erbittert umkämpften Streitfall entwickeln wie die Novemberrevolution 1918 – oder zum politischen und gesellschaftlichen Tabu wie die chinesische Kulturrevolution. Auf andere Art unterschiedliche Nachwirkungen zeitigen fehl- und niedergeschlagene Revolutionen: Der Juniaufstand 1953 in der DDR wurde in der DDR aus dem Gedächtnis getilgt und in der Bundesrepublik zum bald verblassenden Fanal der antitotalitären Anklage; der Versuch, Lateinamerika von Bolivien aus zu revolutionieren, hingegen schuf einen bis heute anziehungsmächtigen Sehnsuchtsort, und nicht anders ergeht es in unseren Jahren der gescheiterten „Arabellion“ von 2011.

Die einzelnen Vorträge der diesjährigen Helmstedter Universitätstage beleuchten die verschiedenen Bilder, die Revolutionen des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts im Gedächtnis der Mit- und Nachwelt hinterließen - und sie fragen immer auch danach, wie Revolution und Demokratie aufeinander bezogen sind.

 

Die 24. Helmstedter Universitätstage vom 20. bis 23. September 2018 werden sich mit dem Thema „Revolution!? - Verehrt - Verhasst - Vergessen“ beschäftigen.

 

Das Programm wird zur Zeit erstellt.

 

 

Die 12. Helmstedter Schüler-Universitätstage werden am 13.09.2018, um 09.00 Uhr, im Helmstedter Juleum, stattfinden.